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Vorschulische Bildung / Schule Bildung ist für Liberale ein Menschenrecht. Köpfe sind unser Kapital. Es muss Schluss sein mit immer neuen Strukturdebatten und ideologischen Grabenkämpfen auf Kosten der Schüler, Lehrer und Eltern.
Der Bildungsbereich hat für Liberale hohe Priorität. Der Zugang zu Bildungseinrichtungen darf in Brandenburg weder vom Rotstift der Landesregierung noch vom Geldbeutel der Eltern beeinflusst werden. Das Geld, das durch die Schließung von Schulen frei wird, muss in voller Höhe im Bildungssystem verbleiben.
Wir treten ein für Chancengleichheit am Start. Deshalb ist eine qualifizierte vorschulische Bildung besonders wichtig. Sie dient auch dazu, die Chancen von Kindern aus bildungsfernen Schichten zu verbessern. Wir wollen deshalb Kindertagesstätten in ihrer Funktion als erste Bildungseinrichtung fördern.
Kinder müssen begabungsgerecht gefördert werden. Besonders begabte Schüler brauchen ebenso wie lernschwächere Kinder eine individuelle Förderung. Das Schulsystem muss durchlässig sein und hinreichende Möglichkeiten zum Überwechseln in einen höher qualifizierenden Ausbildungsgang eröffnen. Wer bereit ist, sich anzustrengen, muss dafür auch belohnt werden.
Gerade in Zeiten des demografischen Wandels und rückläufiger Schülerzahlen im ländlichen Raum ist eine Schulformdiskussion verfehlt. Es ist danach zu urteilen, auf welche Weise für die Schüler das beste Angebot bereitgestellt werden kann. Dabei ist es notwendig, wohnortnahe Schulen zu erhalten. Kleine Menschen brauchen kurze Wege und kleine Klassen, um große Leistungen in der Schule zu vollbringen.
Die FDP geht weiterhin davon aus, dass eine nur vierjährige Grundschule bessere Leistungen der Schüler fördert und Probleme beim Umzug einer Familie innerhalb Deutschlands mindert. Wir wollen aber, dass die Lehrer endlich einmal in Ruhe ihren Lehrauftrag erfüllen können. Daher verzichtet die FDP für die nächste Legislaturperiode auf Änderungen der Schulstruktur. Wichtiger sind Lehrinhalte, die Freiheit der Schulen und vor allem, dass der Unterricht überhaupt stattfindet.
Um den Eltern eine wirkliche Wahlfreiheit zwischen staatlicher Schule und Schule in freier Trägerschaft zu ermöglichen, sind staatliche Schulen personell und sächlich so auszustatten, dass Eltern die Schule nicht schon aufgrund schlechter Ausstattung ausschließen. Schulen in freier Trägerschaft sind den staatlichen Schulen gleichzustellen. Sie müssen faire Chancen im Wettbewerb der Schulen untereinander erhalten.
Um unsere Kinder für die Herausforderungen in einer globalisierten Welt fit zu machen, müssen Schüler in der Schule das grundlegende Rüstzeug für eine gute Ausbildung erhalten. Dazu gehören insbesondere die Grundfertigkeiten Lesen, Rechnen und Schreiben. Jedem Schüler soll die Möglichkeit gegeben werden, in den Genuss einer zweisprachigen Schulbildung zu kommen. Der Unterricht soll fachliche und methodische Lehrinhalte mit der Lebenswelt der Schüler verbinden, statt nur im 45-Minuten-Takt abstraktes, fachbezogenes Wissen zu präsentieren. Lernzielorientierung und Eigenständigkeit müssen ebenso selbstverständlich sein wie Projektorientierung und Gruppenarbeit.
Leistungs- und Begabungsklassen müssen für alle Schüler zur Verfügung stehen, die leisten wollen und begabt sind. Eine Zurückweisung begabter Schüler aus Kapazitätsgründen darf es nicht geben.
Die Schule muss die Eltern in ihrem Erziehungsauftrag unterstützen. Sie hat dazu beizutragen, dass die Persönlichkeitsentwicklung der Schüler gestärkt, wichtige Werte wie Respekt, Verantwortung, Disziplin und Toleranz gefördert sowie verantwortungsvolle Persönlichkeiten mit Respekt vor Mitmenschen und Umwelt herangebildet werden.
In den Schulen sind verstärkt Sozialarbeiter und Psychologen einzusetzen.
Lehrer müssen in ihrer wichtigen gesellschaftlichen Aufgabe respektiert werden. Sie dürfen nicht als Sündenböcke für Versäumnisse der Elternhäuser und der Gesellschaft insgesamt behandelt werden. Lehrer müssen sich wieder mehr ihren eigentlichen pädagogischen Aufgaben widmen können und sind von bürokratischen Pflichten zu entlasten. Dazu ist das Berufsbild des Lehrers neu zu definieren. Der Lehrer muss heutzutage Bildungsmanager sein. Dafür muss die Lehrerausbildung reformiert werden. Der Praxisanteil im Lehramtsstudium muss erhöht werden.
Der Wettbewerb zwischen den unterschiedlichen schulischen Angeboten führt im Ergebnis zu einer besseren Leistungsfähigkeit der Schule und damit zu besseren Ergebnissen der Schüler. Deshalb verstehen wir den Wettbewerb von Schulen als Chance für das beste Angebot für unsere Kinder.
Brandenburgs Schulen sollen sich um ihre Schüler bemühen. Orientiert am Eltern- und Schülerwillen, der Entwicklung von Berufsbildern und den örtlichen Gegebenheiten sollen die Schulen künftig eigenständig Profile herausbilden und weiterentwickeln können. Liberale wollen die eigenverantwortliche Schule, nicht eine Schule am Gängelband des jeweiligen Bildungsministers. Dazu sollen die Schulen künftig in Absprache mit ihren jeweiligen Schulträgern im Rahmen einer Budgethoheit selbst über Personal und Sachmittel entscheiden können und unabhängig sein von den Zuweisungen des staatlichen Schulamts.
Wir treten deshalb ein für
- bessere Zugangschancen zu vorschulischen Angeboten durch Kostenfreiheit des letzten Kita-Jahres.
- Sprachförderung schon in der Kita. Sprachtests ein Jahr vor der Einschulung mit einer intensiven, sich anschließenden Sprachförderung bei der Feststellung von Defiziten.
- Verbesserung des Kita-Schlüssels zur Anhebung des Betreuungsverhältnisses auf mindestens den Bundesdurchschnitt (1 : 5 für unter Dreijährige und 1 : 10 für über Dreijährige).
- flexible Öffnungszeiten für Kitas, angepasst an die Bedürfnisse der Eltern.
- qualitative Verbesserung durch Schaffung einer Fachhochschulausbildung für Erzieherinnen und Erzieher.
- die Einführung einer Kita-Qualitätsplakette.
- eine angemessene Vergütung für Tagesmütter durch eine stärkere finanzielle Beteiligung des Landes.
- mehr Entscheidungsfreiheit für Eltern und Schüler bei der Schulwahl durch Wegfall von Schulbezirken.
- mehr Freiheit für Grundschulen, selbst über die Einrichtung von jahrgangsübergreifenden Lerngruppen in der Eingangsphase zu entscheiden. Dabei müssen ihnen größtmögliche Gestaltungsspielräume überlassen werden.
- die Möglichkeit der Schulen, Mindestzügigkeit und Klassenstärken künftig in Absprache mit dem Schulträger selbst zu entscheiden. Ziel muss es sein, wohnortnahe Schulen zu erhalten.
- eine eigenverantwortliche Schule durch mehr Autonomie in personeller Hinsicht sowie in Bezug auf die Ausstattung. Auch staatliche Schulen sollen künftig das Recht haben, Lehrer weitgehend selbst auszusuchen und ihre Schulleitungen zu wählen.
- stärkerer Zuschnitt der Bildungsangebote auf die Schülerinnen und Schüler. Dabei ist vor allem an die Einführung von Lernportfolios als Ergänzung zu Noten und Leistungsüberprüfungen zu denken. Vor dem Hintergrund der Erfahrung aus den PISA-Studien soll künftig der Lehrer mit seinen Schülern Lernziele vereinbaren, die diese eigenverantwortlich mit ihren Lerngruppen erarbeiten sollen. Der Lehrer plant und vereinbart zu diesem Zweck mit seinen Schülern verbindlich individuelle Wege zur Erreichung dieser Ziele.
- Schulverbünde von mehreren kleineren Schulen, um gemeinsam Verwaltungsaufgaben
- besser erledigen zu können.
- die Schaffung eines Neueinstellungskorridors für Lehrer, um einer Überalterung des Lehrkörpers ebenso entgegenzuwirken wie der Abwanderung ausgebildeter Lehrkräfte in andere Bundesländer.
- mehr Durchlässigkeit im Bildungssystem. Schüler, die gute Leistungen erbringen, müssen die Möglichkeit haben, die Schulform zu wechseln.
- ein landesweites Ganztagsschulangebot auf freiwilliger Basis für die Schulen, um den Unterricht zu entzerren und damit bessere Rahmenbedingungen zum Lernen anbieten zu können. Die Ganztagsschule in allen Schularten ist die Antwort auf die veränderten familiären Rahmenbedingungen. Schule kann und soll die elterliche Erziehung nicht ersetzen, aber sie kann durch eine engagierte Bildungspolitik vor Ort ergänzt werden.
- passgenaue Bildungsangebote, die das Interesse sowohl bei Mädchen wie auch bei Jungen in den Fächern wecken, in denen es geschlechtsspezifische Unterschiede gibt.
- binnendifferenzierten Unterricht: Begabte Schüler brauchen ebenso wie lernschwächere oder Kinder mit Behinderung eine individuelle Förderung. Leistungs- und Begabtenklassen müssen weiterentwickelt werden. Gymnasien und Gesamtschulen sollen eigenverantwortlich in Absprache mit dem Schulträger über die Bildung von Leistungs- und Begabungsklassen (LuBK) entscheiden. Die willkürliche Festlegung auf Standorte im Land Brandenburg ist nicht zielführend. Dort wo Schüler die geforderten Leistungen erbringen, muss die Einrichtung von Leistungs- und Begabungsklassen möglich sein.
- Erhaltung der Förderstunden.
- Überprüfung der Wettbewerbsfähigkeit Brandenburgs im Vergleich zu anderen Bundesländern im Hinblick auf die durchschnittliche Wochenstundenzahl.
Berufliche Bildung / Lebenslanges Lernen
Gerade in Zeiten bevorstehenden bzw. bereits eingetretenen Fachkräftemangels kommt der beruflichen Bildung große Bedeutung zu. Das gilt ganz besonders für den ländlichen Raum. Das bundesweite Ziel, die Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss und der ausbildungsfähigen jungen Erwachsenen ohne Berufsabschluss bis zum Jahr 2015 deutlich zu reduzieren, findet unsere volle Unterstützung. Es müssen mehr Jugendliche als bisher befähigt werden, eine Ausbildung erfolgreich abzuschließen.
Ziel der Bildungspolitik der FDP im beruflichen Bereich ist eine qualifizierte und marktgerechte Aus-, Fort- und Weiterbildung, die es jedem Bürger erlaubt, sein Leben bis zum Rentenalter aktiv zu gestalten.
Wir bekennen uns zum dualen System der beruflichen Ausbildung und wollen dies kontinuierlich weiterentwickeln.
Berufliche Fort- und Weiterbildung haben den gleichen Stellenwert wie Schule und Studium für die Jüngeren. Hier sind auch die beruflichen Erfahrungen der älteren Generation zu nutzen.
Wir treten deshalb ein für
- Oberstufenzentren auf modernstem Stand.
- ein breiteres Angebot und mehr Möglichkeiten für lebenslanges Lernen durch die Schaffung regionaler Zentren lebensbegleitenden Lernens. In diesen Zentren sollen alle Bildungsangebote eng miteinander verknüpft werden und stets dem Stand der Technik und den regionalen Bedürfnissen des Arbeitsmarktes entsprechen.
- die Einführung doppelqualifizierender Bildungsgänge und den Aufbau einer modularen
- Ausbildung, d.h. das Erlernen eines Basisberufes mit anschließender Spezialbildung nach den Erfordernissen des Betriebes.
- Patenschaften für begleitende Maßnahmen bei der Ausbildung von Jugendlichen mit Ausbildungsproblemen ggf. unter Nutzung der beruflichen Erfahrung von Senioren.
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die Schaffung der Möglichkeit der Unterbringung am Ausbildungsort, um es vor allem auch Jugendlichen im ländlichen Raum zu ermöglichen, einen zukunftsgerechten Ausbildungsplatz ihrer Wahl anzunehmen, da in einem Flächenland wie Brandenburg ein täglicher mehrstündiger Heimweg einer guten Ausbildungsleistung entgegensteht.
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