FDP Brandenburg -

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04.04.2009

Kritische Auseinandersetzung mit der SED-Diktatur und DDR-Geschichte

zum Herunterladen: Beschluss_zur_DDR-Geschichte.pdf (7,02 KB)

Der defizitäre gegenwärtige Wissensstand Brandenburger Schüler zur DDR-Geschichte und Verharmlosungstendenzen geben den Brandenburger Freien Demokraten Anlass zur Sorge. Wir begreifen die Auseinandersetzung mit der jüngsten deutschen Geschichte als politische und gesellschaftliche Daueraufgabe, die nicht nur Gegenstand von Sonntagsreden und Effekthascherei zu besonderen Jubiläen sein darf.

Die Auseinandersetzung mit der jüngsten deutschen Geschichte muss vielmehr verbindlicher Teil des Lehrplans sein. Die Umsetzung durch die Schulen ist zu kontrollieren und ggf. zu sanktionieren. Die hauptsächlich, aber nicht nur im Geschichtsunterricht erfolgende Auseinandersetzung sollte immer auch den Gegenwartsbezug deutlich werden lassen, damit die Schüler die Alternativen Marktwirtschaft vs. Planwirtschaft, Demokratie vs. Einparteiensystem/Diktatur, Rechtsstaat vs. Primat der Politik usw. erkennen. Um Schüler aller Schulformen zu erreichen, soll bis zur 10. Klasse im Rahmen des Geschichts- und Politikunterrichtes die neuere Geschichte Deutschlands behandelt werden. Im Bereich der Lehrerfortbildung sowie bei der Anschaffung von Lehrmitteln sind dafür die Voraussetzungen zu schaffen.

Wir setzen uns ein für eine stärkere Förderung der Zeitzeugen- und Gedenkstättenarbeit sowie eine angemessene Berücksichtigung der DDR-Geschichte im Gedenkstätten- und Denkmalkonzept des Landes. Wir betonen in diesem Zusammenhang auch die Verantwortung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und der Landeszentrale für politische Bildung. Als Beispiele können hier genannt werden: Herausgabe und Anschaffung entsprechender Publikationen, Bsp. FU-Studie zum Wissen deutscher Schüler über die DDR; Aufwand für und Sendezeiten/-plätze von entsprechenden Dokumentationen.

Wir Brandenburger Liberale treten dafür ein, dass Brandenburg endlich einen Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen einrichtet. Es ist unangemessen und inakzeptabel, dass Brandenburg als einziges Bundesland auf dem Gebiet der ehemaligen DDR keine solche Anlaufstelle bietet. Die Aufgaben eines Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen sind die individuelle Beratung von Opfern z.B. zu Akteneinsicht und Rehabilitierung, die Förderung der politischen Bildung durch entsprechende Öffentlichkeitsarbeit sowie die Koordinierung der Arbeit von Opferverbänden und Aufarbeitungsinitiativen.


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